Rebsorten

Das Spannende am Wein ist, dass er nach Allem schmeckt, nur nicht nach Trauben. Der Bogen reicht von zartem Birnen- bis fleischigem Aprikosenaroma, von Muskat- bis Pfeffernoten, von fruchtiger bis mineralischer Ausprägung. Aber Traube ist nicht gleich Traube: es gibt weltweit hunderte Rebsorten, die auf unterschiedlichsten Böden und unter verschiedensten Klimabedingungen heranreifen. Und jede Rebsorte gibt dem Wein die sortentypischen Aromen und Eigenarten mit.

 

 

Weißwein

 

Gutedel (Chasselas, Fendant):

Wird in Deutschland vor allem im Markgräflerland angebaut und gilt als leichtester und bekömmlichster deutscher Weißwein. Die dezente Säure und das filigrane Fruchtspiel machen den Gutedel zu einem süffigen Begleiter einer Vielzahl an Speisen, asiatische Gerichte nicht ausgenommen: Gutedel, ein dienender Wein.

 

 

Weißburgunder (Pinot Blanc, Pinot Beurot):

Ein frischer, saftiger aber schlanker Wein mit spritziger, spielerischer Säure. Besonders geeignet als lebhafter Begleiter zu allen leichten Fischgerichten, aber auch Salaten. Meist feines Birnenaroma mit Nußanklängen.

 

Auxerrois:

Weißburgundermutation. Ausgeprägte Aromen mit feiner Säure. Ein Wein zum Spargel.

 

 

Grauburgunder (Pinot gris, Pinot grigio):

Kräftiger, vollmundiger Weißwein. Als Kabinett oder Spätlese hocharomatisch und körperreich, so dass Grauburgunder problemlos mit Hühnchen oder Kaninchen in heller Soße kombiniert werden kann. Badener Grauburgunder sind raffinierter und weniger breit als die italienischen Verwandten: eine frühe Lese sorgt für Frische und Feinheit.

 

Ruländer:

wird in Deutschland der Grauburgunder genannt, sobald er später gelesen wird, also weniger Säure und mehr Süße hat. Als Aperitiv- oder Dessertwein, unter Anderem zu Blauschimmelkäse.

 

Chardonnay:

ist der unumstrittene Star der Burgunderfamilie. Eine Fülle feiner Aromen mit sahnig-buttrigem Schmelz.
Cardonnay wächst überall, wo Wein angebaut wird, und wird zu höchst unterschiedlichen Weintypen ausgebaut. Die deutschen Chardonnay sind schlanker als die Kollegen aus dem Chablis, oft raffinierter und nie so schwer und ölig wie die Australische Spielart.

 


Riesling:

Der Charakter des Rieslings wechselt mit dem Anbaugebiet: im Rheingau gewinnt man spritzige Weine, perlend und mit ausgeprägter, anregender Säure. An der Mosel wachsen leichte, feinnervige Tropfen. In Baden fruchtigere, säuremildere Varianten. Riesling, das heißt: Viel Spiel, viel Rasse mit subtiler Frucht, meist Pfirsicharomen. Vielseitig kombinierbar.

 

Müller-Thurgau/Rivaner :

Gefälliger, leichter Bukettwein. Blumig bis würzig. Muskattöne und Apfelaromen. In sehr guten Jahrgängen Anklänge an Maracuja und Mango. Vielseitig verwendbar, unter anderem als bekömmlicher Sommerwein.

 

 

Gewürztraminer:

Bukettreich, fruchtig, würzig. Eine weiche, ölige Spezialität mit Kardamon-, Anis- und Rosenduft, daher der Name. Mit seiner niedrigen Säure und der restsüßen Fülle eignet sich der Gewürztraminer hervorragend als Dessertwein. Ansonsten zu frischem Hefekuchen oder als Aperitiv.

 

Silvaner:

Alte traditionelle Rebsorte. Neutraler, oft mineralischer Wein mit dezenter Frucht. Mandel- und Basilikumanklänge.

 


Scheurebe (RieslingxSilvaner):

Die Scheurebe ist die deutsche Antwort auf den Sauvingon Blanc. Duft nach Johannisbeeren, Holunderblüten, Heu und Aprikose. Aromatische Neuzucht aus Silvaner und Riesling mit noch unentdecktem Potential: Ein Geheimtipp unter den Neuzüchtungen.

 

 

Rotwein

 

Spätburgunder (Pinot Noir):

Empfindliche Rebsorte mit feiner Frucht. Viel Kirsche, samtiger Körper, klarer Rotton. Nie zu schwer, immer dominieren geschmeidige Tannine und zurückgenommene Säure. Im Burgund etwas dichter als in Baden, weniger leicht und weniger helltönig.

 

Cabernet-Sauvignon:

Dichte, dunkle, würzige Rebsorte aus dem Bordeaux. Wird mittlerweilen weltweit angebaut. Ausgeprägte Tannine, die ein paar Jahre reifen sollten. Kräftige Aromatik und dunkler Ton. Wird in den Appellationen des Bordeaux meist mit dem fruchtigeren Merlot verschnitten, um außerordentlich dichte, komplexe Rotweine zu assemblieren.

 


Merlot:

Fruchtiger als Cabernet-Sauvignon und ein wenig leichter auf der Zunge, aber nicht weniger dicht im Geschmack. Hauptsorte im Pommerol und im Saint-Emilion. Wird dort meist als Cuvee mit Cabernet-Sauvignon ausgebaut.

 

Regent:

Nicht sehr stark verbreitete Neuzucht, die zu erstaunlichen Resultaten führt. Dunkle, weiche Weine mit feiner Gerbstoffstruktur, bereits nach kurzer Zeit auf der Flasche trinkreif. Oft auch als Cuvee mit Spätburgunder .

 


 

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